Wie funktioniert eine Erdsondenbohrung?

Prinzip einer Erdwärmepumpe

Inhaltszverzeichnis

Eine Erdsondenbohrung ist beim Einbau einer Erdwärmepumpe – auch Erdsonden-Wärmepumpe oder Sole/Wasser-Wärmepumpe genannt, notwendig. Sie nutzt wie der Name es schon verrät die Erdwärme als Energiequelle. Der Vorteil dieser Energiequelle: Die Temperatur der Erdwärme bleibt bei richtiger Auslegung das ganze Jahr hindurch konstant. Im Gegensatz zu Luft/Wasser-Wärmepumpen arbeitet die Erdwärmepumpe unter stabilen Betriebsbedingungen, was geringere Heiz- und Betriebskosten wie auch Langlebigkeit zur Folge hat.

So funktioniert eine Erdsondenbohrung

Bild von der Baustelleneinrichtung

Bei einer Erdsondenbohrung wird im ersten Schritt eine riesige Bohrmaschine auf das Grundstück des Bauherrn gestellt. Mit Hilfe eines Bohrgerätes, an dessen Ende ein Diamantbohrkopf befestigt ist, wird über ein doppeltes Rohrgestänge ein Wasser/Luftgemisch bis zu 500 m in den Boden gepumpt. Dabei wird Erde, Gestein und Fels durch den inneren Mantel des Bohrgestänge an die Erdoberfläche befördert und abgepumpt. Sobald die Endtiefe erreicht ist, wird das Bohrgestänge wieder herausgezogen und stattdessen ein sogenanntes Rohrbündel in das gebohrte Loch eingeführt. Dieses Rohrbündel befördert nach der Installation der Erdwärmepumpe die Wärme aus dem Erdreich zur Wärmepumpe. Zu guter Letzt wird das Bohrloch mit einem Betongemisch hinterfüllt und die Wärmepumpe kann mit der Erdsonde verbunden und in Betrieb genommen werden.

Voraussetzungen für eine Erdsondenbohrung

Standortanalyse des Grundstückes

Bevor eine Erdsondenbohrung in Betracht gezogen wird, sollte eine Standortanalyse des Grundstückes durchgeführt werden. Diese Beurteilung gibt Auskunft darüber, welche Art von Wärmenutzung im jeweiligen Gebiet möglich und erlaubt ist - denn nicht immer ist eine Erdsondenbohrung möglich. Für die Beurteilung stehen Geometer-Daten der Kantone zur Verfügung. Folgend finden Sie eine Auflistung der Geometer-Portale einiger Kantone:

- Kanton Aargau - Kanton Basel-Landschaft - Kanton Basel-Stadt - Kanton Bern - Kanton Luzern - Kanton Solothurn - Kanton Zug - Kanton Zürich

Platz- und Bodenanalyse für die Baustellen-Einrichtung

  • Für die Ausführung der reinen Bohrarbeiten werden mindestens 30m² Bohrplatz benötigt.

  • Der Kompressor, welcher für die Druckluft-Produktion zuständig ist, benötigt ungefähr 2.5 x 5.00m (ein bis zwei Autoparkplätze), während die Entfernung zum Bohrpunkt 50m betragen darf.

  • Gewöhnlich kommen zusätzlich zwei Mulden zum Abtransportieren des flüssigen Bohrschlamms zum Einsatz. Auch hier wird mit einem Platzbedarf von einem Auto-Parkplatz pro Mulde gerechnet.

  • Je nach Situation wird der flüssige Bohrschlamm in Abrollcontainern, welche eine ungefähre Grösse von 36m² aufweisen, aufgefangen und danach mittels Saugwagen entleert.

  • Gewisse Flurschäden auf dem Bohrplatz wie auch auf Rasen können nicht 100% verhindert werden.

  • Ist die Bodenoberfläche genug stabil, um alle Geräte sicher platzieren zu können?

  • Gibt es Hindernisse wie Bäume, Gebäudeteile oder Stromleitungen, welche den Bau erschweren könnten?

Im Idealfall lassen Sie diese Voraussetzungen durch einen Heiz-Experten prüfen.

Wie viel kostet eine Erdwärmepumpe inklusiv Bohrung?

Die Bohrung alleine kostet im Durchschnitt zwischen CHF 50.00 - 55.00 pro Meter. Wie beim Umbau müssen auch bei der Preisermittlung nebst der Bohrung weitere Aspekte berücksichtigt werden:

  • Braucht der Umbau eine geologische Begleitung?
  • Wie viele Schlammmulden zum Entsorgen des Bohrmaterials werden benötigt?
  • Müssen Fassaden geschützt oder abgedeckt werden?
  • Müssen Zufahrten oder Mauern geschützt werden?

Der Richtpreis für eine Erdwärmepumpe für ein Einfamilienhaus mit einer Endtiefe von 150 m und ohne weiteren Hindernisse kostet im Durchschnitt zwischen 50’000- 65’000 Franken, variiert jedoch stark, abhängig von den individuellen Gegebenheiten vor Ort.

Ist die Erdwärmepumpe nun das Richtige für mein Zuhause?

Aus ökonomischer Sicht, ist die Erdwärmepumpe aufgrund der konstanten Betriebsbedingungen langfristig das kostengünstigste Heizsystem unter den Wärmepumpen. Es macht daher durchaus Sinn, sich für eine Erdwärmepumpe zu entscheiden um langfristig von niedrigen Strom- und Betriebskosten zu profitieren. Ebenfalls handelt es sich um ein nachhaltiges Heizsystem, da auf Erdwärme zurückgegriffen wird. Angenommen, die oben erwähnten Voraussetzungen werden erfüllt. Besitzt man eine Bodenheizung kann die Erdsonde im Sommer sogar für die Kühlung des Gebäudes genutzt werden.

Wünschen Sie eine Beratung?

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