Wenn es um Ihre eigene Solaranlage geht, zählt jede Kilowattstunde. Besonders bei komplexen Dächern oder Teilverschattung stellt sich deshalb schnell die Frage: Sollten Leistungsoptimierer mit eingeplant werden? Die kleinen Geräte versprechen mehr Energieertrag, bessere Überwachung und höhere Sicherheit, sind aber mit zusätzlichen Kosten verbunden.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was Leistungsoptimierer genau tun, wann sie sinnvoll sind und worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten. Denn wie immer bei Solarmacher gilt: Wir wollen, dass sich Ihre Solaranlage langfristig lohnt – ökologisch wie wirtschaftlich.
Was sind Leistungsoptimierer überhaupt?
Leistungsoptimierer, auch Power Optimizer genannt, sind kleine, modulbasierte Geräte, die direkt hinter den einzelnen Solarmodulen installiert werden. Ihr Hauptzweck: den Energieertrag jedes Moduls unabhängig vom Rest des Systems zu optimieren.
In einem klassischen PV-System ohne Optimierer sind mehrere Module in sogenannten Strings verschaltet. Der Stromfluss in einem solchen String richtet sich immer nach dem „schwächsten Glied“, also dem Modul mit der geringsten Leistung. Wird beispielsweise ein einziges Modul durch Laub, Schnee oder Verschattung beeinträchtigt, sinkt die Leistung des gesamten Strings.
Leistungsoptimierer wirken genau diesem Effekt entgegen. Sie sorgen dafür, dass jedes Modul unabhängig vom Rest des Systems mit maximal möglicher Effizienz arbeitet. Dabei wird der Stromfluss elektronisch gesteuert und optimiert, ganz individuell für jedes einzelne Modul.
Wann können Leistungsoptimierer sinnvoll sein?
Nicht jede Solaranlage profitiert automatisch von Leistungsoptimierern. In bestimmten Situationen entfalten sie aber ihr volles Potenzial und können den Energieertrag deutlich steigern. Vor allem dann, wenn die Bedingungen vom Ideal abweichen, lohnt sich ein genauer Blick. Im Folgenden zeigen wir Ihnen typische Anwendungsfälle.
1. Teilverschattung durch Bäume, Kamine oder Gauben
Schon eine kleine Schattenquelle, etwa ein Baum, der nur am Vormittag ein einzelnes Modul beschattet, kann die Leistung eines gesamten Strings ohne Optimierer stark reduzieren. Ein klassisches Szenario, das wir bei Solarmacher immer wieder sehen: Ein Haus mit Südostausrichtung, bei dem ein Dachfenster-Rollladen oder der Kamin auf dem Nachbardach regelmässig Schatten auf ein Modul wirft. Ohne Optimierer drosselt dieses Modul den gesamten String. Mit Optimierern bleibt die Leistung der übrigen Module konstant hoch.
2. Unterschiedliche Dachneigungen oder Ausrichtungen (z. B. Ost-West-Anlagen)
Viele Schweizer Häuser haben Dachflächen in mehrere Himmelsrichtungen. Besonders beliebt: Ost-West-Anlagen, bei denen auf beiden Dachseiten Module installiert werden, um den Ertrag über den Tag zu verteilen. Da die Sonneneinstrahlung auf jeder Seite unterschiedlich ist, arbeiten die Module nicht synchron. Leistungsoptimierer gleichen diese Unterschiede aus, sodass jedes Modul seine optimale Leistung erbringen kann – unabhängig von Neigung, Ausrichtung oder Zeitpunkt.
3. Mischbestückung: Kombination alter und neuer Module
Wenn bestehende Anlagen erweitert oder einzelne Module ersetzt werden müssen, entstehen Leistungsunterschiede. Neue Module haben oft eine höhere Leistung als ältere. In einem stringbasierten System richtet sich der Stromfluss dann nach dem schwächeren Modul. Leistungsoptimierer gleichen diese Unterschiede aus.
4. Monitoring auf Modulebene
Ein weiterer Vorteil: Leistungsoptimierer ermöglichen die Überwachung jedes einzelnen Moduls. Fehler, Verschattungen oder Leistungseinbrüche lassen sich so schnell und gezielt lokalisieren. Das spart im Servicefall Zeit und Kosten.
Besonders hilfreich ist das bei grossen Anlagen: Auf einem Flachdach mit 50 Modulen wäre es ohne Optimierer schwierig, ein fehlerhaftes Modul zu identifizieren. Dank Modul-Monitoring wissen Sie sofort, welches Modul betroffen ist, und können rasch handeln.
Was spricht gegen Leistungsoptimierer?
So vorteilhaft Leistungsoptimierer in vielen Fällen sind: Sie sind kein Allheilmittel. Es gibt auch Argumente, die gegen ihren Einsatz sprechen. Besonders bei idealen Bedingungen oder wenn Einfachheit im Vordergrund steht, kann eine klassische Lösung ohne Optimierer ausreichen. Im Folgenden beleuchten wir die wichtigsten Gegenargumente und ordnen sie für Sie praxisnah ein.
1. Höhere Investitionskosten
Leistungsoptimierer verursachen zusätzliche Anschaffungskosten. Pro Modul kann man, je nach System, mit 50 bis 80 CHF rechnen. Bei einer Anlage mit 20 Modulen kommen so schnell 1’000 bis 1’600 CHF dazu. Das entspricht einem Aufpreis von etwa 10 bis 15 % der Gesamtkosten der PV-Anlage.
Unsere Einschätzung: Die Mehrkosten sind bei Neubauten oder Sanierungen meist gut verkraftbar, insbesondere wenn man den Mehrertrag und die zusätzliche Sicherheit über 25 Jahre Betriebszeit gegenrechnet. Bei sehr kleinen Anlagen oder knappem Budget muss jedoch genau kalkuliert werden, ob sich der Aufpreis lohnt.
2. Mehr Technik = mehr Komplexität
Jedes zusätzliche elektronische Bauteil erhöht die Systemkomplexität und potenziell die Fehleranfälligkeit. Zwar gelten Optimierer namhafter Hersteller wie SolarEdge oder Tigo als zuverlässig, doch Defekte können vorkommen. Da sie direkt auf dem Dach installiert sind, kann der Austausch aufwendiger und teurer sein.
Wichtig zu wissen: Einige Systeme (z. B. von SolarEdge) benötigen zwingend zu jedem Modul einen Optimierer. Andere, wie Tigo, erlauben eine selektive Optimierung – nur dort, wo es nötig ist. Das reduziert die Anzahl der Bauteile und die Risiken.
3. Nicht nötig bei optimalen Bedingungen
Wenn Ihre Solaranlage perfekt nach Süden ausgerichtet, völlig verschattungsfrei und mit homogenen Modulen bestückt ist, entfalten Optimierer kaum zusätzlichen Nutzen. In solchen Fällen kann der Stromertrag auch ohne Optimierer nahezu optimal sein – bei gleichzeitig geringeren Anschaffungs- und Wartungskosten.
Was bringt ein Leistungsoptimierer konkret?
Leistungsoptimierer sollen nicht nur theoretisch helfen – sie liefern in der Praxis nachweislich konkrete Vorteile. Je nach Dachsituation, Anlagengrösse und eingesetzten Komponenten kann sich die Investition gleich mehrfach auszahlen: in Form von mehr Ertrag, höherer Sicherheit und besserer Wartbarkeit. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, was Sie konkret erwarten dürfen, inklusive Zahlen aus der Praxis.
1. Mehr Energieertrag bei ungünstigen Bedingungen
Der wohl wichtigste Vorteil: Leistungsoptimierer können den Gesamtertrag einer Anlage um bis zu 25 % steigern, wenn z. B. Teilverschattungen auftreten. In realistischen Szenarien mit Ost-West-Ausrichtung oder punktuellen Verschattungen durch Bäume, Gauben oder Kamine sind 5 bis 15 % Mehrertrag durchaus üblich.
2. Detailliertes Modul-Monitoring
Ein weiterer klarer Vorteil: Mit Leistungsoptimierern können Sie den Zustand jedes einzelnen Moduls in Echtzeit überwachen. So erkennen Sie:
- Leistungsverluste durch Verschattung, Verschmutzung oder Alterung
- Defekte oder ausgefallene Module
- Fehlerquellen wie Kabelbrüche oder Kontaktprobleme
Diese Transparenz ist besonders bei mittleren und grossen Anlagen ein grosser Pluspunkt – und hilft, Wartungskosten zu senken und Stillstandszeiten zu minimieren.
Tipp von Solarmacher:
Dank Monitoring sparen Sie sich oft eine aufwendige Fehlersuche auf dem Dach. Stattdessen erhalten Sie automatisch eine Meldung im Webportal und können zielgerichtet handeln.
3. Mehr Sicherheit im Brandfall
Ein oft unterschätzter Punkt: Leistungsoptimierer erhöhen die Sicherheit. Viele Systeme (v. a. von SolarEdge) bieten eine automatische Modulabschaltung bei Netzunterbruch oder Brandalarm. Das reduziert die Spannung auf dem Dach auf ein sicheres Niveau und schützt Rettungskräfte wie auch Ihr Zuhause.
In der Schweiz ist diese Funktion insbesondere bei grösseren Dachanlagen oder bei Gebäuden mit erhöhter Brandschutzanforderung relevant, wie etwa Schulen, Firmengebäuden oder Mehrfamilienhäusern.
Fazit: Wann rät Solarmacher zu Leistungsoptimierern?
Solaranlagen sind eine Investition für Jahrzehnte. Gerade deshalb lohnt es sich, bei der Planung auch an das Detail zu denken, zum Beispiel an Leistungsoptimierer. Aus unserer Erfahrung bei Solarmacher gilt: In den meisten Fällen empfehlen wir den Einsatz.
Warum?
- Weil kleine Ertragsverluste grosse Wirkung haben: 5–15 % weniger Strom über 25 Jahre summieren sich – finanziell wie ökologisch.
- Weil Sicherheit zählt: Die automatische Abschaltung im Brandfall schafft ein gutes Gefühl, besonders bei grösseren Gebäuden.
- Weil Monitoring den Unterschied macht: Wenn jedes Modul einzeln überwacht wird, lassen sich Probleme früh erkennen und einfach beheben.
- Weil der Aufpreis oft überschaubar ist: Gerade bei Neubauten oder Modernisierungen macht er nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus – bei grossem Mehrwert.
Natürlich gibt es Ausnahmen: Ist Ihr Dach perfekt nach Süden ausgerichtet, völlig verschattungsfrei und einheitlich belegt, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch auf Optimierer verzichtet werden. Aber auch dann lohnt sich ein prüfender Blick, denn moderne Wechselrichter sind nicht immer gleich gut im Umgang mit Modulabweichungen.
Unser Rat: Sprechen Sie mit uns. Wir analysieren Ihre individuelle Dachsituation und sagen Ihnen ehrlich, ob Leistungsoptimierer für Ihre Solaranlage sinnvoll sind. Ganz im Sinne unseres Versprechens: Solarmacher plant, als wär’s unsere eigene Anlage.



