Luft, Sole, Wasser, innen, aussen – es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen. Im Vergleich haben alle ihre Vor- und Nachteile. Doch welcher Typ Wärmepumpe punktet womit? Das haben wir uns genauer angesehen und für Sie aufbereitet.
Dieser Artikel vergleicht die Wärmepumpen-Typen. Möchten Sie stattdessen einzelne Marken und Geräte vergleichen, lesen Sie unseren Artikel zum Vergleich verschiedener Wärmepumpen-Hersteller.
Wärmepumpen-Typen im Vergleich: die Tabelle
Hier finden Sie die wichtigsten Punkte aus unserem Wärmepumpen-Vergleich als Tabelle:
Die Investitionsangaben sind typische Kosten für ein Einfamilienhaus inklusive Einbau und Installation. Nicht abgezogen sind Fördergelder und steuerliche Vorteile: Sie erreichen zusammen eine fünfstellige Summe und können die Gesamtkosten teils signifikant reduzieren. Die Betriebskosten sind mit dem schweizerischen Medianstrompreis 2026 von 27,7 Rappen je Kilowattstunde gerechnet.
Welche Wärmepumpen-Art passt zu Ihnen?
- Kleines Grundstück, Sanierung, begrenztes Budget: Luft/Wasser aussen. Geringster Installationsaufwand, tiefste Investition, dafür höhere Betriebskosten.
- Kein Platz im Garten, Keller vorhanden: Luft/Wasser innen. Kein Gerät im Freien, tiefere Schallemissionen nach aussen, dafür zwei Wanddurchbrüche und mehr Platzbedarf im Keller.
- Grundstück mit Bohrmöglichkeit: Sole/Wasser. Rund ein Drittel weniger Strom, die Mehrinvestition holt sich über die Betriebskosten zurück.
- Vorlauftemperatur über 55 °C nötig: zuerst die Voraussetzungen prüfen, dann den Typ wählen.
Funktionsweise der verschiedenen Wärmepumpen-Arten
Die Grundfunktion aller Wärmepumpen ist gleich: Ein Kältemittel nimmt die zugeführte Wärme auf und verdampft. Dieser Dampf wird durch einen Verdichter geleitet, in dem Druck und damit Temperatur erhöht werden. Die so entstandene Wärme gibt ein Wärmetauscher an das Heizsystem beziehungsweise den Warmwassertank ab.
Und was unterscheidet die verschiedenen Wärmepumpen? Die Herkunft der Wärme.
Luft/Wasser-Wärmepumpe
Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt die Umgebungsluft als Wärmequelle. Ein Ventilator saugt die Luft an und leitet sie an den Verdampfer weiter, wo das Kältemittel verdampft und den Prozess startet.
Sole/Wasser-Wärmepumpe
Eine Sole/Wasser-Wärmepumpe funktioniert mit tief in die Erde eingelassenen Erdsonden oder knapp unter der Oberfläche liegenden Erdkollektoren. In beiden zirkuliert die Sole – eine frostsichere Flüssigkeit, die Wärme aufnimmt und an die Wärmepumpe weitergibt.
Wasser/Wasser-Wärmepumpe
Eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe gewinnt ihre Wärme mit Hilfe von zwei Brunnen aus dem Grundwasser. Das Kältemittel nimmt die Wärme des Grundwassers auf und verdampft.
Effizienz von Wärmepumpen im Vergleich
Beim Effizienzvergleich werden häufig zwei Zahlen verwechselt. Der COP (Coefficient of Performance) ist ein Prüfstandwert nach EN 14511 für einen einzigen Betriebspunkt. Die Jahresarbeitszahl dagegen beschreibt das Verhältnis von Wärme zu Strom über ein ganzes Betriebsjahr – im echten Haus, mit Abtauen, Warmwasser und Heizstab. Für den Vergleich zählt die Jahresarbeitszahl.
Schweizer Feldmessungen zeigen: Luft/Wasser-Wärmepumpen erreichen 2,8 bis 3,7, im Mittel rund 3,0. Sole/Wasser-Wärmepumpen kommen auf 4,3 bis 4,9, im Mittel 4,5, weil die Erdtemperatur auch im Winter kaum schwankt. Wasser/Wasser-Wärmepumpen liegen mit 4,5 bis 5,0 an der Spitze.
Der grösste Einzelhebel ist dabei nicht der Typ, sondern die Vorlauftemperatur: Fünf Grad weniger bringen rund acht Prozent mehr Effizienz. Bei sehr tiefen Aussentemperaturen sinkt die Leistungszahl einer Luft/Wasser-Wärmepumpe, und ein elektrischer Heizstab unterstützt die Wärmeerzeugung – über das Jahr betrachtet macht das nur einen kleinen Anteil aus.
Installationsaufwand, Platzbedarf, Bewilligungen
Luft/Wasser-Wärmepumpe
Der Installationsaufwand ist eher gering, zumindest bei der Aussenaufstellung. Daher ist diese Variante besonders bei Sanierungen beliebt: Im Keller stehen Puffer- und Warmwasserspeicher, im Aussenbereich die Wärmepumpe. Bei Innenaufstellungen benötigen Sie viel Platz im Keller, und es müssen zwei Ausschnitte für Zuluft und Fortluft in der Aussenwand gemacht werden. Dafür sparen Sie draussen Platz. Für den Umbau sollten Sie etwa eine Woche einplanen. Bei der Aussenaufstellung haben Sie zusätzlich die Wahl zwischen Monoblock und Split: Beim Monoblock bleibt der Kältekreis komplett im Aussengerät, nur Heizwasser führt ins Haus – einfacher, wartungsärmer und ohne Kältemittelarbeiten vor Ort. Beim Split-Gerät verläuft der Kältekreis bis in den Keller, was mehr Flexibilität bei der Platzierung erlaubt, aber Fachbewilligungen für Kältemittel verlangt.
Beim Verfahren gibt es keine landesweite Regel: Der Kanton Zürich lässt Aussengeräte bis 2 m³ im Meldeverfahren zu, mit einer Frist von 30 Tagen vor Baubeginn. Andere Kantone – etwa Luzern – verlangen eine Baubewilligung, teilweise auch für Innenaufstellungen. Klären Sie das Verfahren deshalb früh.
Sole/Wasser-Wärmepumpe
Der Installationsaufwand ist aufgrund der Bohrung der grösste, die Installation dauert rund zwei Wochen. Der Platzbedarf während der Baumassnahmen ist hoch – allein für die Bohrarbeiten wird ein Bohrplatz von etwa 30 Quadratmetern benötigt. Dafür nimmt das Gerät nach der Installation verhältnismässig wenig Platz im Keller ein. Mehr Details finden Sie in unserem Artikel «Wie funktioniert eine Erdsondenbohrung?». Erdsonden brauchen immer eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Kantons.
Wasser/Wasser-Wärmepumpe
Hier müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Menge und Qualität des Grundwassers sind ebenso wichtig wie ein ausreichend grosses Grundstück – die beiden Brunnen sollten mindestens 15 Meter voneinander entfernt liegen. Der Abstand zwischen Wärmequelle und Heizanlage sollte nicht zu gross sein. Dafür punktet die Wasser/Wasser-Wärmepumpe mit geringem Platzbedarf im Haus. Für die Grundwassernutzung braucht es eine Bewilligung und in der Regel eine Konzession.
Übrigens: Als Experten mit jahrelanger Erfahrung übernehmen wir gerne alle administrativen Aufgaben für Sie, damit Sie sich ungestört auf Ihre neue Wärmepumpe freuen können.
Lautstärke der verschiedenen Wärmepumpen-Typen
Die Lautstärke spielt für Sie und Ihre Nachbarn eine wichtige Rolle – vor allem bei Luft/Wasser-Wärmepumpen. Rechtlich gilt: Eine neue Wärmepumpe ist eine neue Anlage, deshalb sind nach Lärmschutz-Verordnung die Planungswerte einzuhalten, nicht die höheren Immissionsgrenzwerte.
Beurteilt wird in der Mitte des offenen Fensters lärmempfindlicher Räume beim Nachbarn. Seit dem 1. November 2024 ist dafür der Schallleistungspegel des Geräts bei 2 °C Aussentemperatur massgebend – ein Wert, den Sie im Datenblatt nach EN 12102 finden. Ab etwa 50 dB(A) Schallleistung wird die Standortwahl in dichter Bebauung anspruchsvoll.
EmpfindlichkeitsstufePlanungswert TagPlanungswert NachtES II, Wohnzone55 dB(A)45 dB(A)ES III, Mischzone60 dB(A)50 dB(A)
Ein reduzierter Nachtbetrieb ist eine mögliche Massnahme und senkt den Pegel um rund 4 dB(A), weil die Verdichterdrehzahl sinkt. Vorgeschrieben ist er nicht – er wird im Lärmnachweis geprüft und dort festgelegt, wo er nötig ist.
Luft/Wasser-Wärmepumpe
So senken Sie die Lautstärke wirksam: Die Wärmepumpe auf einen schallschluckenden Untergrund stellen, etwa einen Betonsockel mit Gummimatte. Ansaug- und Abluftöffnungen nicht unter einem lärmempfindlichen Raum wie Büro, Schlaf- oder Wohnzimmer platzieren und nicht grösser als nötig ausführen. Schallschutzmassnahmen wie Schallschutzhauben, Wetterschutzgitter oder eine Schalldämmkulisse im Luftkanal einplanen. Und vor allem: Das Gerät nicht an einer einspringenden Fassadenecke oder in einer Mauernische aufstellen – dort addieren sich Reflexionen auf bis zu 9 dB(A). Ein freistehender Standort ab rund drei Metern Abstand ist die wirksamste und günstigste Massnahme.
Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpe
Beide sind während des Betriebs praktisch geräuschlos, weil kein Ventilator arbeitet. Hören Sie deutliche Geräusche, ist am Gerät vermutlich etwas defekt. Bitte kontaktieren Sie den Kundendienst.
Welche Wärmepumpe ist die leiseste?
Im Wärmepumpenvergleich gewinnen die Erdsonden- und Grundwasservarianten deutlich: ohne Ventilator entsteht kaum Luftschall. Suchen Sie die leiseste Luft/Wasser-Wärmepumpe, achten Sie nicht auf die Werbeaussage, sondern auf den Schallleistungspegel im Datenblatt und auf den Aufstellort. Ein leises Gerät in einer Mauernische ist am Ende lauter als ein durchschnittliches Gerät freistehend im Garten.
Kosten und Förderung der verschiedenen Wärmepumpen-Arten
Die Kosten setzen sich aus drei Posten zusammen: Anschaffung, Betrieb und Wartung. Die Anschaffungskosten sind hoch, dafür wird die Anschaffung gefördert und der Betrieb ist vergleichsweise günstig. Für die Wartung rechnen Sie mit rund CHF 300 pro Jahr.
Die Anschaffungskosten der drei Typen bewegen sich zwischen CHF 38'000 und CHF 80'000 inklusive Einbau – mehr Details finden Sie oben in der Vergleichstabelle oder in unserem Beitrag zu den Kosten einer Wärmepumpe.
Förderung
Beim Umstieg von einer Gas- oder Ölheizung auf eine Wärmepumpe erhalten Sie Fördergelder – je nach Kanton mehrere Tausend Franken und abhängig vom Wärmepumpen-Typ. Erdsonden werden stärker gefördert als Luft/Wasser.
Mehr dazu auf unserer Seite zu Fördergeldern.
Kältemittel: was sich bis 2029 ändert
Propan (R290) hat ein Treibhauspotenzial von 3, herkömmliches R32 dagegen 675. Ab 2027 gelten in der Schweiz deshalb strengere Vorgaben, die klimawirksame Kältemittel in neuen Wärmepumpen stufenweise ausschliessen; Innenaufstellungen folgen 2029. Wärmepumpen mit Propan sind zukunftssicher und bei Heizungsmacher schon länger ein fester Teil des Wärmepumpen-Produktsortiments.
Zusammenfassung: Wärmepumpen-Arten im Vergleich
Jede Wärmepumpe hat ihre Vor- und Nachteile. Schauen Sie vorrangig auf die Initialkosten, ist eine Luft/Wasser-Wärmepumpe die richtige Wahl. Suchen Sie niedrige Betriebskosten und hohe Effizienz und lässt Ihr Grundstück eine Bohrung zu, lohnt sich die Sole/Wasser-Wärmepumpe, auch dank des höheren Förderbeitrags. Die Wasser/Wasser-Wärmepumpe ist die effizienteste Variante, aber nur bei geeignetem Grundwasser realisierbar. Welcher Typ zu Ihrem Haus passt, klären wir am schnellsten mit dem Wärmepumpen-Check.



